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Was ist der Missionsbefehl?

Was ist der Missionsbefehl?

Wenn du schon einmal in Kirche oder Missionen unterwegs warst, hast du wahrscheinlich den Ausdruck „Missionsbefehl“ gehört.

Er taucht in Predigten, Missionskonferenzen und Outreach-Vorträgen auf. Aber manchmal gehen wir davon aus, dass jeder genau weiß, was er bedeutet. Bevor wir es erklären, probieren wir ein kurzes Quiz.

Welcher der folgenden Verse ist der Missionsbefehl?

Markus 8,34
„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Nicht der Missionsbefehl.
Aber definitiv eine große Herausforderung. Jesus macht ganz klar: Ihm nachzufolgen bedeutet Hingabe.

Johannes 14,6
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Wichtiger Vers, aber falsche Kategorie.
Dieser Vers sagt uns, wer Jesus ist – nicht, was er seine Nachfolger tun lässt.

Matthäus 22,37-40
„Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deinem Denken… und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Fast!
Das ist das Große Gebot, das unser Leben prägt – aber nicht der Missionsbefehl.

Matthäus 28,18-20
„Mir ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben. Darum geht und macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie… lehrt sie… Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“

✅ Richtig! Der Missionsbefehl in seiner bekanntesten Form.
Aber wusstest du, dass jedes Evangelium eine Version davon hat?

Markus 12,17
„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Wichtige Lehre. Aber nicht das globale Missions-Briefing.

Wenn dieses Quiz schwieriger war als gedacht, bist du nicht allein. Eine Barna-Studie von 2018 zeigte, dass über die Hälfte der Kirchenbesucher (51 %) noch nie vom Missionsbefehl gehört hatten. Und bei diesem Quiz wählten nur 37 % den richtigen Vers.1

Was ist der Missionsbefehl?

Wenn Christen vom Missionsbefehl sprechen, beziehen sie sich auf Jesu letzte Anweisungen an seine Nachfolger, meistens auf Matthäus 28,18-20.

Dieser Moment geschieht direkt nach der Auferstehung. Jesus versammelt seine Jünger und sendet sie mit einer klaren Mission in die Zukunft. Einfach gesagt bedeutet der Missionsbefehl: Jesus sendet seine Nachfolger aus, damit Menschen aus allen Nationen seine Jünger werden.

Doch das wirft einige wichtige Fragen auf.

Warum hat Jesus uns diesen Auftrag gegeben?

Als Jesus diese Worte sprach, richtete er sie direkt an seine Jünger. Sie standen auf diesem Berg vor ihm. Aber die Mission endete nicht mit ihnen.

Die Jünger trugen die Botschaft Jesu in neue Städte und Kulturen, und neue Gläubige traten der Bewegung bei. Generation für Generation setzten die Nachfolger Jesu dieselbe Aufgabe fort: anderen helfen, ihn kennenzulernen und ihm nachzufolgen.

Mit anderen Worten: Der Missionsbefehl war nicht nur für die ersten Jünger gedacht. Er wurde zur fortlaufenden Mission der Kirche.

Jesu Herz galt schon immer der Welt. In der ganzen Bibel sehen wir, wie Gott Menschen aus allen Nationen, Sprachen und Kulturen sucht. Der Missionsbefehl ist einfach der Moment, in dem Jesus seine Nachfolger klar einlädt (und weiterhin einlädt), an dieser Mission teilzunehmen.

Es ist nicht nur ein Auftrag. Es ist eine Einladung, an dem teilzunehmen, was Gott bereits tut. 

Wie sieht der Missionsbefehl heute aus?

Manche Menschen hören „Missionsbefehl“ und stellen sich sofort Missionare vor, die ins Ausland gehen. Während die interkulturelle Mission definitiv dazugehört, ist der Missionsbefehl größer als das.

Heute beteiligen sich Nachfolger Jesu auf viele verschiedene Weisen an dieser Mission.

  • Einige gehen an Orte, wo das Evangelium noch nicht bekannt ist, und dienen langfristig unter Menschen, die wenig oder gar keinen Zugang zur Botschaft Jesu haben.

  • Andere teilen ihren Glauben dort, wo sie bereits leben: in Schule, Arbeit, Nachbarschaft und Gemeinschaft.

  • Viele Gläubige beten für die Nationen und bitten Gott, Türen für das Evangelium weltweit zu öffnen.

  • Andere geben finanziell oder unterstützen Missionare, um Menschen an Orte zu schicken, zu denen sie selbst nicht gehen können.

Der Missionsbefehl war schon immer eine globale Teamaufgabe. Unterschiedliche Rollen, verschiedene Orte, aber dieselbe Mission: Menschen helfen, Jesus zu begegnen und zu lernen, ihm nachzufolgen.

Wann ist die Aufgabe abgeschlossen?

Das ist eine wichtige Frage. Jesus gab den Auftrag, alle Nationen zu Jüngern zu machen – aber wann wird das tatsächlich geschehen? Die Bibel gibt uns einen Vorgeschmack auf das Ziel in Offenbarung 7,9, wo Johannes einen zukünftigen Moment beschreibt:

„Eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen, die vor dem Thron und vor dem Lamm stehen.“

Mit anderen Worten: Die Geschichte endet damit, dass Menschen aus allen Teilen der Welt Jesus anbeten. Der Missionsbefehl bewegt sich auf diesen Moment zu. Bis dahin geht die Mission weiter.

Ist der Missionsbefehl nur in Matthäus zu finden?

Die meisten Menschen verweisen auf Matthäus 28,18-20, wenn sie über den Missionsbefehl sprechen. Aber etwas Interessantes passiert, wenn man den Rest des Neuen Testaments liest. Versionen derselben Mission finden sich in allen vier Evangelien und im Buch der Apostelgeschichte. Jeder Text hebt einen leicht anderen Teil von Jesu Anweisungen an seine Nachfolger hervor.

Wenn du das näher erkunden möchtest, lies unseren Beitrag: Der Missionsbefehl in jedem Evangelium

Das vollständige Bild macht Jesu Mission noch klarer.

 

Referenzen:

1 Barna. (Mar. 27, 2018). 51% of Churchgoers Don’t Know of the Great Commission. Retrieved from https://www.barna.com/research/half-churchgoers-not-heard-great-commission/ 

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