Wenn wir lesen, wie Jesus seine Jünger aussendet, sagt er nicht jedes Mal genau dasselbe. Jedes Evangelium (+ Apostelgeschichte) zeigt einen anderen Blick auf den Missionsbefehl. Zusammen geben sie uns ein vollständigeres Bild davon, was es wirklich bedeutet, gesandt zu sein.
Die Mission bleibt gleich. Die Schwerpunkte verschieben sich.
Lass uns anschauen, wie Matthäus, Markus, Lukas, Johannes und die Apostelgeschichte den Ruf zum Gehen jeweils darstellen.
Matthäus: Gesandt unter Autorität, um Jünger zu machen
Matthäus liefert die meistzitierte Version des Missionsbefehls.
Matthäus 28,18-20 (LUT)
Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Der Fokus bei Matthäus ist klar: Autorität und Jüngerschaft. Jesus beginnt nicht mit Aktivität, sondern mit der Frage, wer das Sagen hat.
Hauptthemen des Missionsbefehls in Matthäus:
- Jesus hat alle Autorität
- Ziel sind Jünger, nicht nur Bekehrte
- Die Mission gilt allen Nationen
- Gehorsam entsteht durch das Lehren, Jesu Lebensweise zu folgen
Das ist kein Aufruf, Programme zu starten. Es ist ein Aufruf, eine Lebensweise unter Jesu Herrschaft weiterzugeben. Matthäus erinnert uns daran: Wir gehen nicht aus eigener Sicherheit, sondern in seiner Autorität.
Markus: Gesandt, um zu verkünden, mit Erwartung von Kraft
Markus’ Evangelium ist schnell und handlungsorientiert, und seine Version des Missionsbefehls spiegelt das wider.
Markus 16,15 (LUT)
Und er sprach zu ihnen: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“
Markus betont Verkündigung und Demonstration. Die gute Nachricht wird nicht nur erklärt, sie wird ausgerufen, und durch Gottes Kraft bestätigt.
In Markus sieht das Aussenden so aus:
- Mutige Verkündigung des Evangeliums
- Erwartung, dass Gott sein Wort bestätigt
- Bewegung nach außen, ohne Zögern
Markus erinnert uns: Mission ist nicht schüchtern oder theoretisch. Das Evangelium ist gute Nachricht, die gehört, gesehen und erlebt werden soll.
Lukas: Gesandt mit Botschaft von Umkehr und Vergebung
Lukas’ Kommission ist ruhiger, aber sehr bewusst formuliert.
Lukas 24,46-49 (LUT)
Und er sprach zu ihnen: „So steht geschrieben, dass der Christus leiden wird und am dritten Tag von den Toten auferstehen wird und Buße zur Vergebung der Sünden in seinem Namen allen Völkern gepredigt werden soll, angefangen in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon. Und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Bleibt aber in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe.“
Lukas betont Inhalt und Zeugenschaft. Die Botschaft zählt.
Gesandt wird keine vage Spiritualität, sondern eine klare Einladung:
- Wende dich Gott zu
- Empfange Vergebung
- Werde wieder in Beziehung gebracht
Lukas hebt außerdem hervor, dass die Jünger Zeugen sind, keine Verkäufer. Sie sollen berichten, was sie gesehen, gehört und erlebt haben. Und Jesus sagt ihnen: wartet. Mission fließt aus Ermächtigung, nicht aus eigenem Streben.
Johannes: Gesandt, wie Jesus gesandt wurde
Johannes formuliert keinen formalen „Geh“-Aufruf wie die anderen. Stattdessen zeigt er etwas zutiefst Beziehungsbasiertes.
Johannes 20,21 (LUT)
Da sprach Jesus abermals zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“
Johannes’ Fokus liegt auf Identität und Inkarnation. Mission ist nicht nur Ort, sondern wie wir sind.
Wir werden gesandt:
- Mit Demut
- Mit Liebe
- Mit opferbereitem Gehorsam
- In Abhängigkeit vom Vater
Johannes verankert Mission in Beziehung, nicht in Strategie. Wir tragen nicht nur eine Botschaft. Wir spiegeln eine Person.
Apostelgeschichte: Gesandt durch den Geist bis an die Enden der Erde
Die Apostelgeschichte ersetzt den Missionsbefehl nicht – sie entfaltet ihn.
Apg 1,8 (LUT)
„Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
Die Apostelgeschichte zeigt, was passiert, wenn alle Schwerpunkte des Evangeliums zusammenkommen:
- Autorität wird ausgeübt
- Das Evangelium wird verkündigt
- Jünger werden gemacht
- Der Geist befähigt
- Die Nationen werden erreicht
Eines wird klar: Mission ist unmöglich ohne den Heiligen Geist.
Die frühe Kirche wuchs nicht wegen Charisma oder Ressourcen. Sie wuchs, weil gewöhnliche Menschen auf das Wirken des Geistes „ja“ sagen.
Jedes Evangelium zeigt ein Stück des Bildes
- Matthäus: Autorität & Jüngerschaft
- Markus: Verkündigung & Kraft
- Lukas: Umkehr & Zeugenschaft
- Johannes: Inkarnation & Identität
- Apostelgeschichte: Geistbefähigte Bewegung
Keines steht allein. Zusammen sehen wir, was es wirklich bedeutet, gesandt zu sein. Mission wird geformt durch Gehorsam, Nähe, Mut, Demut und Abhängigkeit von Gott. Und es ist derselbe Jesus, der seine Jünger gesandt hat und heute sein Volk sendet. Sein Herz für die Nationen hat sich nicht geändert.
Menschen auf der ganzen Welt warten darauf, von Jesus zu hören!
Du kannst etwas bewegen. Dein Mut, die Komfortzone zu verlassen und das Unbekannte anzunehmen, schafft Raum für Jesus, unglaubliche Transformation zu bringen.
Wir können dir helfen, diesen Weg zu beginnen.